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Krebshilfe und AOK warnen vor dem Rauchen

Broschüre für Jugendliche zum Weltnichtrauchertag

Berlin/Bonn  (ap)  Aus Anlass des Weltnichtrauchertages am 31. Mai haben die Deutsche Krebshilfe und die AOK erneut vor den gesundheitlichen Gefahren des Rauchens gewarnt. Intensive weltweite Untersuchungen hätten einwandfrei bewiesen, dass als wichtigste Ursache für Lungenkrebs der Zigarettenkonsum anzunehmen sei, erklärte die Krebshilfe am Freitag. Im Zigarettenrauch seien zahlreiche Krebs erregende Substanzen, die sich teilweise erst nach Verbrennung bildeten.

Die Allgemeine Ortskrankenkasse (AOK) Berlin hat die Broschüre «Starker Tobak» herausgegeben, die sich hauptsächlich an Schüler und Jugendliche richtet. «Aufklärung ist immer noch das beste Mittel, um Jugendliche zu überzeugen», erklärte Betriebsärztin Ingrid Krause. Tabakrauch enthalte «rund 4.000 verschiedene Substanzen». Davon stünden 43 Inhaltsstoffe im Verdacht, Krebs erregend zu sein. «Wer täglich eine Schachtel Zigaretten raucht, nimmt im Laufe eines Jahres die Menge von einer Tasse Teer in den Atemwegen der Lunge auf», warnte Krause. Die AOK-Broschüre ist ab sofort bei allen AOK-Geschäftsstellen in der Bundesrepublik kostenlos erhältlich.

Lungenkrebs zwischen 50 und 70 Jahren

Um 1900 seien Lungenkrebserkrankungen äußerst selten gewesen, erklärte der Geschäftsführer der deutschen Krebshilfe, Achim Ebert, in Bonn. Zwischen den Weltkriegen habe dieser Krebs dann an Häufigkeit zugenommen. 1963 habe er schließlich den Magenkrebs als häufigste Krebstodesursache bei Männern abgelöst.
«In der Bundesrepublik hat sich innerhalb von 30 Jahren die Zahl der an Bronchialkarzinomen erkrankten Männer vervielfacht. Männer erkranken derzeit etwa vier Mal häufiger daran als Frauen», sagte Ebert. Durch intensive Aufklärung der Krebshilfe, verschiedener Organisationen und der Ärzte sei es unterdessen gelungen, die Zunahme von Bronchialkarzinomen bei Männern aufzuhalten. Leider nehme jedoch bei Frauen durch veränderte Rauchgewohnheiten diese Krebsart deutlich zu. Die meisten Patienten mit Lungenkrebs seien zwischen 50 und 70 Jahre alt.

«Mit steigender Zahl der pro Tag gerauchten Zigaretten und Anzahl der Jahre, die der Betroffene geraucht hat, nimmt auch das Risiko deutlich zu, am Bronchialkarzinom zu erkranken», warnte Ebert. Nur bei weniger als zehn Prozent dieser Erkrankungen könne kein Zusammenhang mit dem Rauchen hergestellt werden. Je größer die Anzahl der Jahre nach Einstellung des Rauchens, desto niedriger werde die Todesrate an Bronchialkarzinomen. Sie nähere sich der normalen Sterblichkeitsrate etwa zehn Jahre nach Einstellung des Rauchens.

ap, 26.05.2000


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