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Neues Entzugsmedikament macht Rauchern HoffnungKommt ohne Nikotin aus - Im Test bessere Ergebnisse als bisherige Stoffe - «Zyban» ab Juli erhältlichHamburg (ap) Mit zweijähriger
Verspätung kommt das weltweit erste nikotinfreie Medikament zur
Rauchentwöhnung auch in Deutschland auf den Markt: Von Mitte Juli an
können Raucher hierzulande auf die Hilfe des Arzneimittels Zyban setzen,
wenn sie von ihrer Sucht loskommen wollen. Nach Angaben der Hersteller vom
britischen Pharmariesen GlaxoWellcome wirkt es doppelt so gut wie
Nikotinkaugummis oder Nikotinpflaster: Ein Jahr nach der Behandlung mit Zyban
hatten in einer Studie 30 Prozent der Raucher die Sucht aufgegeben, bei der
Vergleichsgruppe mit Nikotinpflastern nur 16,4 Prozent. In den 90er Jahren stellten Wissenschaftler fest, dass der Stoff offenbar noch mehr kann: Er mindert die Entzugserscheinungen bei Rauchern und senkt die Gier nach der nächsten Zigarette. Wie der Stoff genau im Gehirn wirkt, ist den Forschern nach Firmenangaben aber noch nicht ganz klar. Soviel scheint festzustehen: Die Sucht beim Rauchen kommt nicht vom Nikotin an sich, sondern von Botenstoffen, die das Nikotin im Gehirn freisetzt, nämlich Dopamin und Noradrenalin. Auch der Zyban-Wirkstoff läßt den Spiegel dieser mit einem Glücksgefühl verbundenen Stoffe steigen. Eine Sucht soll durch das Medikament aber nicht entstehen, das schon seit 1997 in den USA zugelassen ist. Kosten muss der Raucher tragen In einer Studie von 1999 aus dem «New England Journal of
Medicine» wurden die Erfolgsaussichten von Zyban dokumentiert: Nach einer
neunwöchigen Behandlung hatten 49 Prozent der Teilnehmer das Rauchen
aufgegeben. Bei einer mit Nikotinpflaster behandelten Kontrollgruppe waren es
nur 36 Prozent, bei einer weiteren Kontrollgruppe, die ein Placebo bekam, waren
es 23 Prozent. Bei Zyban und Nikotinpflaster zusammen hörten sogar 58
Prozent auf. Das Medikament hat auch Nebenwirkungen: Glaxo berichtet von
trockenem Mund, Schlafstörungen und Kopfschmerzen. Bei 0,1 Prozent der
Patienten können Krampfanfälle auftreten. Deshalb ist Zyban für
Menschen mit Krampfleiden verboten. Es ist verschreibungspflichtig und muss
selbst bezahlt werden. Die Kosten sollen nach den Herstellerangaben soviel am
Tag betragen, wie eine Schachtel Zigaretten kostet, also etwa fünf Mark.
Damit kostet die ganze Behandlung rund 175 bis 225 Mark. ap, 23.06.2000 |
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