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Krebshilfe kämpft weiter für Verbot der Tabakwerbung

Regierung soll Klage gegen EU-Richtlinie zurückziehen

Bonn  (ap)  Die Deutsche Krebshilfe hat die Bundesregierung eindringlich aufgefordert, ihre Klage gegen die EU-Richtlinie zum Verbot der Tabakwerbung zurückzuziehen. «Bedenken Sie, dass das Rauchen zu den wichtigsten Risikofaktoren für Krebserkrankungen zählt», hieß es in einem Dienstag veröffentlichten Appell des Medizinischen Beirats der Bonner Organisation an Bundeskanzler Gerhard Schröder. Im neuen Jahrtausend müsse Europa endlich frei von Tabakwerbung sein, um insbesondere Kinder und Jugendliche vor der Verführung zum Rauchen zu schützen.

Das Europäische Parlament hatte 1998 eine Richtlinie zum Verbot der Werbung für Zigaretten und andere Tabakwaren beschlossen, die am 30. Juli 2001 in Kraft treten soll. Die Bundesregierung hat dagegen Einspruch beim Europäischen Gerichtshof in Luxemburg eingelegt. Der Zentralverband der Deutschen Werbewirtschaft hat den Kanzler erst dieser Tage wieder aufgefordert, «die Arbeitsplätze gefährdenden Beschlüsse» der EU-Kommission zu bekämpfen und die «Hexenjagd» auf die Werbung der Tabakindustrie zu bremsen. Statt Verboten sollte freiwilligen Beschränkungen der Vorzug gegeben werden.

Die Deutsche Krebshilfe unterstrich, dass mindestens 30 Prozent aller Krebstodesfälle auf das Rauchen zurückzuführen seien und pro Jahr mehr als 100.000 Deutsche an den Folgen des ihres Tabakkonsums verstürben. Vor diesem Hintergrund könne es «nicht angehen, dass unsere eigene Regierung die Bemühungen anerkannter Wissenschaftler konterkariert» und als einziges europäisches Land noch gegen die EU-Richtlinie kämpfe. Gelobt wurde das Beispiel Großbritanniens: Dort wurde zum 10. Dezember 1999 jedwede Werbung für Tabakprodukte verboten.

ap, 28.12.1999


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