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Lungenkrankheiten kosten jährlich 37 Milliarden Mark

Immer mehr Lungenkrebs bei jungen Frauen

Hamburg  (ap)  Das Rauchen und Schadstoffe in der Luft haben die Zahl der Lungenkrankheiten in Deutschland in den vergangenen Jahren ansteigen lassen. Dadurch würden im Jahr Kosten von 37 Milliarden Mark verursacht, wie die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie am Mittwoch zu Beginn ihrer Jahrestagung in Hamburg mitteilte. Lungenleiden seien die zweitteuersten Krankheiten nach Herz- und Kreislauferkrankungen. Vor allem beim Lungenkrebs junger Frauen beobachten die Ärzte erschreckende Steigerungen, weil immer mehr Mädchen zur Zigarette greifen. Auch Asthma nimmt zu, wäre aber nach Ansicht der Ärzte in der Hälfte der Fälle durch Vorbeugung zu vermeiden.

Unter den zehn häufigsten zum Tode führenden Krankheiten weltweit stehen gleich vier Lungenleiden: Lungenentzündung, chronische Bronchitis, Tuberkulose und Lungenkrebs. In den Industrieländern beobachten die Mediziner immer mehr Lungenleiden, während die Herz- und Kreislauferkrankungen zurückgehen. Bis zum Jahr 2010 sagen die Fachleute einen Anstieg von Asthma, Bronchitis und Lungenentzündungen um 25 Prozent voraus, von Lungenkrebs um 30 Prozent.

Vor allem bei der Entwicklung des Lungenkrebs sehen die Mediziner schwarz: Bei den Frauen beobachten die Ärzte einen Anstieg der Erkrankungen. Jetzt stellen sie fest, dass ostdeutsche junge Frauen immer öfter rauchen: Der Anteil stieg von 1993 bis 1997 von 27 Prozent auf 47 Prozent bei den zwölf bis 25-Jährigen Mädchen. «Da ist in 20 bis 30 Jahren der Lungenkrebs vorprogrammiert», sagte Professor Helmut Fabel aus Hannover. Die Lungenärzte forderten einen stärkeren Kampf gegen das Rauchen.

Asthma ist mittlerweile beinahe eine Volkskrankheit, die bei zehn Prozent der Kinder und fünf Prozent der Erwachsenen vorkommt. Die Forscher wissen immer noch nicht genau, was bei dem Leiden passiert, das den Betroffenen plötzlich die Luftzufuhr zuschnürt. Sie entsteht vor allem durch zwei Faktoren: Vererbung und Umwelteinflüsse. Nach Ansicht der Ärzte könnte jeder zweite Fall vermieden werden, wenn die Kinder schon im Babyalter richtig behandelt werden. Dazu gehören: vier bis sechs Monate Stillzeit, Verzicht auf Haustiere, kein Passivrauchen.
An dem Lungen-Kongress nehmen 3.000 Experten aus ganz Deutschland teil.

ap, 01.03.2000


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