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Brundtland will Kampf gegen Rauchen fortsetzenGespräche mit Schröder und FischerBerlin (ap) WHO-Generaldirektorin Gro Harlem Brundtland hat bei Gesprächen mit der Bundesregierung in Berlin ihre Absicht bekräftigt, den Kampf der Weltgesundheitsorganisation gegen das Rauchen in Industrie- und Entwicklungsländern gleichermaßen fortzusetzen. Wie das Gesundheitsministerium am Freitag erklärte, war Brundtland auf Einladung von Ministerin Andrea Fischer nach Deutschland gekommen, um über die aktuellen Projekte der WHO zu informieren. Dazu gehörten auch die Prävention von Malaria und Tuberkulose. Bundeskanzler Gerhard Schröder hatte Brundtland zu einem einstündigen Meinungsaustausch im Kanzleramt empfangen. Zu den weiteren Gesprächspartnern gehörten Bundesumweltminister Jürgen Trittin sowie Bundestagsabgeordnete. Ministerin Fischer wies darauf hin, dass Deutschland bereits 1991 erste Reformen der WHO initiiert habe. Der Kurs von Brundtland werde von der Regierungskoalition «mit Nachdruck» unterstützt. Deutschland sei mit einem jährlichen Pflichtbeitrag von rund 89 Millionen Mark derzeit drittgrößter Beitragszahler der WHO. Das heiße, jeder zehnte Dollar, den die Weltgesundheitsorganisation weltweit investiere, komme aus der Bundesrepublik. Der Verband der Cigarettenindustrie kritisierte Brundtlands Kampagne gegen das Rauchen als überzogen. Die WHO solle sich vielmehr um die grundsätzlichen Anliegen der Dritten Welt kümmern. Die wirklichen Gesundheitsprobleme in Asien, Afrika und Lateinamerika lägen in Infektionskrankheiten, Fehlernährung und mangelnder Hygiene, erklärte ein Sprecher. In den armen Ländern stehe die Thematik Rauchen nicht im Vordergrund der gesundheitlichen Bedürfnisse. Dort werde Rauchen als ein «Problem von reichen, satten, westlichen Gesellschaften» angesehen. Der Geist der WHO-Kampagne gegen das Rauchen werde treffend durch die frühere Forderung charakterisiert, Zigaretten mit ärztlicher Verschreibung und durch Apotheken vertreiben zu lassen. ap, 11.02.2000 |
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