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Ehemaliger Reynolds-Beschäftigter verklagt Tabakkonzern

Unternehmen soll Liste der Zusatzstoffe in Zigaretten herausgeben

Hamburg  (ap)  Erstmals verklagt nach einem «Spiegel»-Bericht ein ehemaliger Mitarbeiter eines deutschen Tabakkonzerns seinen früheren Arbeitgeber auf die Herausgabe von internen Informationen über die Bemischung von suchterregenden Stoffen in der Zigarettenproduktion. Der frühere Beschäftigte des Reynolds-Werkes Trier verlange zudem Schmerzensgeld und Schadensersatz «wegen vorsätzlicher Herbeiführung einer Berufskrankheit», berichtete das Hamburger Nachrichtenmagazin am Samstag. Gestützt auf medizinische Gutachten gebe der Kläger an, er habe durch seine Arbeit Schädigungen an Lunge und Gehirn erlitten, so dass er nicht mehr arbeitsfähig sei.

Besonders schlimm sei die Arbeit am so genannten Toaster gewesen, wo der Tabak mit Zusatzstoffen versehen werde. Der Anwalt des Mannes, Burkhard Oexmann vertritt gestützt auf wissenschaftliche Expertisen laut «Spiegel» die Ansicht, dass diese Stoffe beigemischt werden, um Raucher besser abhängig machen zu können. Oexmann verlange für eine bessere Therapie seines Mandanten eine Liste der beigemengten Substanzen. Reynolds wies dem Magazin zufolge die Vorwürfe zurück: Die Zusatzstoffe dienten alleine dazu, «das Geschmacksniveau zu sichern». Vor dem Arbeitsgericht Trier soll am kommenden Donnerstag das Verfahren gegen den Tabakkonzern beginnen.

ap, 15.01.2000


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