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Nikotinabhängigkeit fängt in der Jugend an

Bielefeld (dpa)  Wer bis zum 18. oder 19. Lebensjahr nicht zum Raucher geworden ist, kann Zigaretten und Zigarren auch später widerstehen.
Das jedenfalls schließt der Bielefelder Jugend- und Gesundheitsforscher Klaus Hurrelmann aus mehreren Untersuchungen. Hurrelmann: "Deshalb ist also jeder Aufschub des Einstiegsalters in die Droge Nikotin ein Fortschritt, jedenfalls in Hinblick auf die Bekämpfung von Ursachen für Krebskrankheiten".

Der Professor forderte gezielt Vorbeugungsprogramme an Schulen: "Die Jugendlichen müssen lernen, nein zu sagen und sich in der Gruppe auch ohne Tabak behaupten zu können". Verbote hält er für falsch, denn die seien für Jugendliche eher Herausforderung als Barriere. Aber: "Ließe sich das Rauchen in der jüngeren Bevölkerung stark zurückdrängen, dann würden nach menschlichem Ermessen auch die Krebserkrankungen absinken". Rauchen hält Hurrelmann eindeutig für den gewichtigsten Risikofaktor für Krebskrankheiten. In Deutschland sterben nach einer Statistik des Krebsforschungszenrums Heidelberg jährlich rund 35.000 Menschen an Lungenkrebs; bei 85 Prozent gilt Rauchen als Hauptursache.

KN , 02.09.1996


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