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Krebshilfe fordert Verbot der Zigarettenwerbung

Bonn/Köln/Genf (dpa)  Für Raucher soll die Luft noch dünner werden: Zum heutigen Weltnichtrauchertag fordern Experten ein Rauchverbot in allen öffentlichen Gebäuden und am Arbeitsplatz sowie ein totales Werbeverbot für Zigaretten. Der Präsident der Bundesärztekammer, Karsten Vilmar, verlangte vor allem einen besseren Schutz von Kindern vor dem Passivrauchen. Die Gesundheitsschäden könnten schweren Mißhandlungen entsprechen, sagte Vilmar gestern in Köln. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat den Nichtrauchertag in diesem Jahr unter das Motto "Sport und Kunst ohne Tabak" gestellt. Sie will mit Hilfe von Prominenten das Milliarden-Heer der Raucher verringern. Der Präsident der Bundesärztekammer sprach sich für einen Gesundheitszuschlag auf Tabakwaren auf. Dieser "Nikotinpfennig" sollte für die Bekämpfung des Rauchens verwendet werden. Vilma forderte ebenso wie die Deutsche Krebshilfe (Bonn) ein Rauchverbot etwa in Krankenhäusern oder Schulen. Nach Ansicht der Krebshilfe sollten Nichtraucher-Bereiche in Restaurants, Hotels und öffentlichen Verkehrsmitteln vergrößert und leicht zugängliche Zigarettenautomaten abgeschafft werden. Die Organisation beklagte, daß 1995 der Anbau von Tabak europaweit mit rund zwei Milliarden Mark subventioniert worden sei.. Für die Kampagne "Europa gegen den Krebs" werden dagegen nur 22 Millionen Mark pro Jahr ausgegeben. WHO-Experten schätzen, daß 1,1 Milliarden Menschen rauchen – das sind rund ein Drittel der Weltbevölkerung von über 15 Jahren.

KN , 31.05.1996


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