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"Bei Lungenkrebs ist Heilung fast unmöglich"
Dr. Gero Rabenhorst ist Ärztlicher Direktor des
Städtischen Krankenhauses in Kiel und Spezialist für Krebsdiagnostik.
Die Kieler Nachrichten sprachen mit ihm über die medizinischen Risiken des
Tabakkonsums.
Kieler Nachrichten: Welche Krankheiten werden durch das
Rauchen hervorgerufen? Gero Rabenhorst: Lungenschädigungen
wie die chronische Bronchitis, verschiedene Formen des Lungenkrebses,
bösartige Tumoren in Niere und Blase, Gefäßverkalkungen,
Herzinfarkte und Schlaganfälle. 34 Prozent aller männlichen
Krebsopfer sterben an Lungenkrebs, bei den Frauen sind es 20 Prozent mit
steigender Tendenz. Und das Rauchen von Zigaretten ist eindeutig für
die Entstehung von Lungenkrebs verantwortlich ? Ja. Aus dem
Krebsregister der USA bei uns fehlt so eine Datensammlung noch immer
wissen wir, daß über 95 Prozent aller Lungenkrebsfälle
durch das Rauchen verursacht werden; und immerhin ein Viertel der restlichen
Erkrankungen entsteht durch Passivrauchen. Was kostet die Behandlung
tabakgeschädigter Patienten? Allein im Gesundheitswesen verursacht
sie jährliche Kosten in zweistelliger Milliardenhöhe dabei ist
zum Beispiel der Ausfall der Arbeitskraft dieser Menschen noch nicht
mitgerechnet. Und die Heilungschancen? Bei Lungenkrebs ist die
Heilung, von wenigen Fällen abgesehen, fast ausgeschlossen. Bei
Herzinfarktpatienten sieht es etwas anders aus: Gerade jüngere
Männer, die einen Herzinfarkt erleiden, sind in aller Regel Raucher; sie
haben bessere Chancen, einen zweiten tödlichen Infarkt zu vermeiden, wenn
sie sofort mit dem Rauchen aufhören. Wer nicht aufhört, wird
übrigens von immer mehr Ärzten nur noch mit einer reduzierten
Therapie versorgt. Sind Schädigungen durch das Rauchen
umkehrbar? Der Körper hat erstaunliche Kräfte der
Selbstheilung; wer zehn Jahre lang nicht mehr geraucht hat, kann seine
ursprüngliche Lebenserwartung annähernd wiederherstellen. Es lohnt
sich also jederzeit, mit dem Rauchen aufzuhören.
KN, 14.03.1997
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