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Jedes zweite Kind lebt in einem Raucherhaushalt

(dpa)  Mehr als die Hälfte der rund 16 Millionen Kinder und Jugendlichen in Deutschland lebt in Raucherfamilien. Sie hätten ein hohes Risiko durch Passivrauchen Lungenkrebs zu bekommen, warnte die Nichtraucherinitiative Deutschland (Unterschleißheim bei München) gestern anläßlich des Welt-Nichtraucher-Tages am Sonntag. die Weltgesundheitsorganisation WHO hat ihn unter das Motto "Growing up without tobacco" (rauchfrei aufwachsen) gestellt. Kinder in Raucherhaushalten haben doppelt so oft Husten, Schwindel, Schlafstörungen und verbrauchen mehr Medikamente, wie Studien bestätigen.
Laut Experten sterben jährlich in Deutschland 1500 Säuglinge, weil die Mütter vor der Geburt und während der Stillzeit rauchen. "Wenn wir keine strengen Maßnahmen ergreifen, wird die Tabaksucht zum vorzeitigen Tod von etwa 250 Millionen Menschen führen, die heute Kinder sind", warnte WHO-Vizedirektor Fernando Antezana in Rio. Laut WHO stirbt von zwei Rauchern, die schon früh damit begonnen haben, durchschnittlich einer an den Folgen. Ein Raucher verkürzt sein leben etwa um acht Jahre. Eltern und Lehrer sollten deshalb Vorbilder sein: Denn wer bis zum 20. Lebensjahr nicht rauche, bei dem sei die Wahrscheinlichkeit, daß er später zum Raucher werde, gering.

KN, 29.05.1998


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