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EU: Suchtverstärker in ZigarettenErst Ammoniak bringt den KickBrüssel (dpa) Nikotin gilt unter den 4000
Stoffen im Tabak als Auslöser für die Sucht. Die EU-Kommission hat
Hinweise, daß Zigaretten suchtverstärkende Zusatzstoffe enthalten.
Es zeige sich zunehmend, daß die Zigarettenhersteller gewisse
Zusatzstoffe beigeben, um ihre Produkte besser verkaufen zu können,
verlautete es gestern aus Brüssel. Nach Auskunft der Deutschen Hauptstelle für Suchtgefahren (Hamm) wirkt Ammoniak für das Nikotin auf seinem Weg in den Körper wie eine dreispurige Autobahn. Es sorgt dafür, daß mehr Suchtgift als üblich noch schneller in den Blutkreislauf gelangt. Ammoniak macht das Nikotin fettlöslicher. Es kann dadurch besser durch die Gewebeschichten im Körper gleiten. Viele Experten kritisieren, daß Raucher deswegen leichter abhängig werden. Der "Kick" kommt schneller und ist stärker. Damit werde die Suchtanfälligkeit gefördert, warnte Geschäftsführer der Hauptstelle, Rolf Hüllinghorst. Beim Rauchen von Filterzigaretten gelangen fünf bis zwölf Prozent des Nikotins in die Mundhöhle. von diesem Anteil werden beim Lungenzug etwa 90 Prozent vom Körper aufgenommen, beim "Paffen" etwa fünf Prozent. Aufgrund der kurzen Halbwertzeit des Nikotins sinkt die Konzentration in Blut und Gehirn über nacht so weit ab, daß Raucher jeden Morgen praktisch nikotinfrei und im zustand des Entzugs aufwachen. Die Lebensgeister kommen daher bei starken Rauchern nur mit der ersten Zigarette am Morgen richtig in Schwung. Insgesamt sei aber noch zu wenig über Zusatzstoffe in Zigaretten bekannt, da die wesentliche Forschung von den Tabakkonzernen selbst initiiert werde, hieß es aus der EU-Kommission. eine jüngere Umfrage unter den Mitgliedsstaaten der Europäischen Union habe ergeben, daß es bei den Zusatzstoffen große Regelungs-Unterschiede in den einzelnen Ländern gebe. Viele Mitglieder wünschten sich weitere europäische Vorschriften. Bisher gebe es auf EU-Ebene eine Verordnung für Teer (maximal zwölf Milligramm pro Zigarette) und Nikotin (ein Milligramm). Weitere Regelungen seien zwar beabsichtigt gewesen, könnten aber nur von der neuen EU-Kommission erlassen werden, die voraussichtlich im September antritt. KN, 16.07.1999 |
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