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Niederlage für US-Tabakindustrie vor Gericht

Kläger fordern 200 Milliarden Dollar Schadenersatz

Miami  (ap)  Die amerikanische Tabakindustrie hat am Mittwoch vor Gericht eine schwere Niederlage erlitten. Nach einem mehrmonatigen Prozeß entschied ein Geschworenengericht in Florida, die Zigarettenindustrie habe ein schadhaftes Produkt hergestellt, das für Krankheiten wie Lungenkrebs verantwortlich sei. Die Klage war 1994 im Namen von einer halben Million erkrankter Rauchern und Angehörigen von Verstorbenen eingereicht worden. Die Geschworenen müssen nun als nächstes über die Hohe des Schadensersatzes beraten. Die Kläger verlangen mindestens 200 Milliarden Dollar (rund 380 Milliarden Mark).

Die Raucher begründeten ihre Klage damit, daß die Tabakindustrie sie über die Gefahren des Rauchens getäuscht habe sowie Forschungsergebnisse verschwiegen und vor allem bei Kindern für Zigaretten geworben habe. Die Industrie wandte dagegen ein, es gäbe keinen wissenschaftlichen Beweis dafür, daß Rauchen irgendeine Krankheit verursache. Zudem sei die Öffentlichkeit sich der Risiken des Rauchens sehr wohl bewußt.

Die Geschworenen werden nun über die Höhe der Schadensersatzsumme für zunächst neun Kläger beraten. Nach Abschluß dieser Fälle können die 500.000 anderen Personen, die sich an der Sammelklage beteiligt habe, ihre Ansprüche erheben. Dem Urteil am Mittwoch waren achtmonatige Anhörungen vorausgegangen; Tausende Dokumente wurden gesichtet.

ap, 08.07.1999


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