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Leichter Tabak - aber volle Belastung

US-Studie: Falsches Rauchen von 'Light'-Zigaretten kann Schadstoffentlastung vereiteln

Viele Konsumenten "leichter" Zigaretten unterdrücken durch eine falsche "Rauchtechnik" die eigentlich angestrebte Schadstoffentlastung. Dies ist das Ergebnis einer jetzt von der amerikanischen Fachzeitschrift "Tobacco Control" veröffentlichten US-Studie. Ursache dafür sei mangelnde Aufklärung seitens der Tabakindustrie, so die Autoren. Wer sich vom Genuß leichter Zigaretten eine geringere toxische Belastung verspricht, kann schnell irren. Schon das unsachgemäße Halten einer solchen Zigarette hebe die Effekte spezieller Filter auf. "Ein Drittel der Raucher hatte noch nie von den Belüftungsschlitzen gehört, die Nikotin und Teer verdünnen sollen", so der Mediziner Lynn Kozlowski von der Staatsuniversität Pennsylvania. Bei der Befragung von 600 Konsumenten leichter Zigaretten sei die Ahnungslosigkeit der gesundheitsbewußten Amerikaner zutage getreten. Denn wer die feinen Kanäle beim genußbringenden Zug verdeckt oder gar zerdrückt, inhaliert zwangsläufig eine größere Menge des braunen Giftes. Im maschinellen Test wird durch die Luftkanäle eine Verdünnung des Rauches um bis zu 90 Prozent erreicht.

"Die Raucher sollten die Filter einfach einmal auseinandernehmen, um sich ein Bild der Technik zu machen", empfiehlt der Experte. Wird der Filter gequetscht, fällt unter Umständen die gleiche Schadstoffmenge an wie bei herkömmlichen Zigaretten. Laut den Autoren leugnet die Tabakindustrie, daß es sich um ein ernstes Problem handle. Sie vernachlässige die Aufklärung der Konsumenten. Die Hersteller sehen allerdings keinen Informationsbedarf: Es sei wirklichkeitsfremd anzunehmen, daß Raucher die Filter komplett abdeckten. Bei Verschluß der Hälfte der Kanäle nehme die Belastung um allenfalls zehn bis 20 Prozent zu, und schließlich rauchten die Konsumenten leichter Zigaretten pro Kopf am wenigsten.

bdw, 13.03.1997


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