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Genetischer Defekt schützt vor dem RauchenEine defekte Variante des Nikotin-abbauenden Enzyms CYP2A6 bewahrt anscheinend viele Menschen vor der Sucht nach dem Glimmstengel. Das haben Forscher der Universität in Toronto herausgefunden und in der Zeitschrift "Nature" veröffentlicht. 20 Prozent der Nichtraucher tragen diese defekte Version des Gens, jedoch nur halb soviele Raucher (10 Prozent). Die Forscher um Rachel Tyndale identifizierten im letzten Jahr das Enzym CYP2A6, daß das giftige Nikotin in der Leber zerstört. Damit der Nikotingehalt im Blut und im Gehirn aber konstant hoch bleibt, müssen abhängige Raucher sich in regelmäßigen Abständen eine Zigarette genehmigen. Die Studie ergab, daß sie durchschnittlich 159 Zigaretten pro Woche rauchen. Raucher mit der defekten Enzym-Variante dagegen greifen seltener nach dem Glimmstengel, nämlich rund 129mal pro Woche. Eine Erklärung wäre, daß die defekten Enzyme das Nikotin langsamer abbauen und der Nikotinspiegel daher länger auf einem hohen Niveau bleibt. Insgesamt drei Varianten des Gens CYP2A6 haben die kanadischen Wissenschaftler identifiziert: ein voll aktives Gen (Wildtyp), sowie zwei inaktive Gene (Null-Allele). Menschen mit zwei inaktiven Genen können Nikotin nicht mehr abbauen. Allerdings ist diese genetische Komposition sehr selten: Weniger als 1 Prozent der Bevölkerung tragen zwei defekte Gene. Häufiger findet man ein funktionales sowie einem defektes Gen. Menschen mit dieser genetischen Konstellation (Heterozygote) können Nikotin zwar abbauen, aber deutlich langsamer als Menschen mit zwei voll funktionsfähigen CYP2A6 Genen. Mit dieser Arbeit dokumentieren die kanadischen Wissenschaftler, daß Gene Einfluß auf die Abhängigkeit von einer Droge haben können. "Es war uns lange bekannt, daß die Gefahr, abhängig zu werden, individuell verschieden ist. Diese Studie identifiziert ein Gen, die an diesen individuellen Unterschieden beteiligt ist", sagt Alan I. Leshner, Direktor des National Institute on Drug Abuse, das die Studie mit finanzierte. "Das Verständnis um die kritische Rolle dieses Enzyms bei der Nikotinabhängigkeit ermöglicht es uns, effektivere Medikamente zu entwickeln um den Leuten zu helfen, mit dem Rauchen aufzuhören." Möglicherweise können die Erkenntnisse bei der Prävention und Raucher-Entwöhnung genutzt werden. University of Toronto, in bdw, 25.06.1998 |
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